Ziele

Die Hamburger Bürger-Liste

 

Schulpolitik für Kinder, G9, Mehr Wissen und Bildungsqualität, Zeit für Selberdenken, Wahl-Freiheit zischen G8 und G8, Ganz- und Halbtag, Regel- und Förderplan, mehr Lehrpersonal

Sorgfalt, Effizienz, Sparsamkeit und Qualität in der Verwaltung und bei der Verteilung der Mittel in Haushalt und Finanzpolitik

Selbstbestimmung, Wahlfreiheit, Bürgerbeteiligung

 

Die Hamburger Bürger-Liste ist aus der G9-Volksinitaitive entstanden. Sie will sich weiter dafür einsetzen, dass die G9 Forderung von mehr als 40 000 Hamburger Unterzeichnern – zumeist junge Eltern – und die Forderung der Mehrheit der Befragten in allen Umfragen auf der politischen Agenda bleibt und endlich umgesetzt wird.

G9 steht dabei beispielhaft für eine andere, bessere Schulpolitik für Kinder in Hamburg, für mehr Wissen und Bildungsqualität, mehr Zeit zum Selberdenken und Wahlfreiheit. Wir fordern eine durchdachte, wissenschaftlich fundierte Schul- und Bildungspolitik, die bestmögliche Förderung aller Talente von Kindern und Jugendlichen, Wertschätzung und Qualität aller Schulabschlüsse und Wahlfreiheit in den Vordergrund stellt, statt Pisa-Hysterie, Bildungsbeschleunigung oder die Ideologie der Einheitsschule.

Wir fordern mehr Zeit für Freiräume für Leben und Lernen in und außerhalb der Schule, für selbstbestimmte soziale, sportliche, kulturelle Aktivitäten, für Familienleben, Freunde und Erholung.

Dringend benötigt wird an Hamburgs Schulen ferner mehr pädagogisches Personal.  Die Notlage der Schulen zeigt der massive Unterrichtsausfall, der am 17. Dezember Anlass für scharfe Kritik von Hamburger Schulleitern an der  „verantwortungslosen“ Politik des Schulsenators war. In einem Brandbrief schrieben die Schulleiter, “die von Ties Rabe vorgestellten Pläne, Unterrichtsausfall energischer zu bekämpfen, seien ein “eigennütziger Schachzug“ und ein“ “Affront” für die Grundschulen, da die Behördenleitung gerade die Zuweisung der Lehrerstellen für die Verlässlichkeit der Grundschulen gestrichen habe“, berichtete das Abendblatt. http://www.abendblatt.de/hamburg/article135464372/Protest-Brief-Schulleiter-kritisieren-Hamburgs-Schulsenator.html

Unser Ziel ist eine Politik für Menschen, für Bürgernähe, für Wahlfreiheit, und Selbstbestimmung – als kostbare Werte der Demokratie. Das setzt unterschiedliche Angebote für Schüler und Schülerinnen oder Familienmodelle voraus. Zum Schutz folgender Generationen fordern wir ferner mehr Sorgfalt, Effizienz, Transparenz und Qualität in Verwaltung und bei der Verteilung der Mittel in Haushalt und Finanzpolitik.

Vor Großprojekten wie der “Busbeschleunigung” muß es eine Transparenz aller Kosten und eine ergebnisoffene Bürgerbeteiligung geben.

 

Für eine Bessere Schul- und Bildungspolitik:

G9

Wiedereinführung des G9 mit Wahlfreiheit zwischen G8 und G9: Mehr Zeit für sorfältiges Lernen, für mehr Wissen, Persönlichkeitsentwicklung, Freiräume, Familie und Leben

Mit der Gründung der Wählergemeinschaft und der Kandidatur für die Bürgerschaft will die “Hamburger Bürger-Liste” weiter politischen Druck machen, damit die Forderung von Hamburger Eltern und Bürgern nach dem G9 an Gymnasien mit Wahlfreiheit zwischen G9 und G8 endlich verwirklicht wird.
Über 40 000 Bürger Hamburgs, die meisten davon Eltern, haben in nur drei Wochen die Forderung des G9-Volksbegehrens nach Wiedereinführung des G9 mit Wahlfreiheit unterschrieben. Das fordern auch der Deutsche Philologenverband, der Deutsche Lehrerverband, zahlreiche Wissenschaftler und das Deutsche Kinderhilfswerk. Ihnen geht es um mehr Bildungsqualität, um mehr Zeit für gründliches Lernen und Persönlichkeitsentwicklung, für Freiräume, die auch Zeit für Leben, für individuelle Interessen, Familienleben, Freunde und Erholung lassen. Informationen über Studien und wissenschaftliche Begründungen und Argumente von Pädagogen und Wissenschaftler für die Wiedereinführung des G9 an den Gymnasien finden Sie und auf der auf unseren Homepages, siehe auch unten unter dem Stichwort Gymnasien.

 

Betreuung in Krippe, Kindergarten/Kita und Schule

Mehr Qualität statt reiner „Aufbewahrung“, bessere Betreuungsschlüssel, frisches Essen, kindgemäße Kantinen, mehr Räume, Flexibilität und Wahlfreiheit

Die Hamburger Bürger-Liste fordert mit Eltern und Erziehern eine bessere Qualität der Betreuung in Krippe, Kita und Ganztagsschule, statt einer reinen „Aufbewahrung“ möglichst vieler Kinder. Benötigt werden mehr qualifizierte Erzieher und Räume, die zu Kreativität, Phantasie und Lernen anregen. Der Betreuungsschlüssel muss verbessert werden, vor allem in Krippen, bei denen Hamburg das Schlusslicht der westdeutschen Länder bildet. Wie Experten fordern, soll in Krippen ein Erzieher nicht mehr als drei Kleinkinder betreuen. Bessere Betreuungsschlüssel benötigen auch Kitas und die ganztägige Bildung und Betreuung (GBS) an Hamburgs Grundschulen. Statt eines staatlichen Betreuungsmonopols für Schulkinder soll es Wahlfreiheit zwischen schulischen und anderen Angeboten geben, mehr Flexibilität der Betreuungszeiten, Platz zum Spielen, Toben, Rückzug, frisches und gesundes Essen und kindgemäße Kantinen. Wir unterstützen die Forderungen der Volksinitiative „Guter Ganztag“ und des Landeselternausschusses für die Kindertagesbetreuung (Lea).

Sprachliche Frühförderung – Sprachkompetenz als Integrations- und Erfolgsschlüssel

Es muss angestrebt werden, dass alle Kinder mit möglichst vergleichbaren Voraussetzungen in die Schule starten. Deshalb soll mit einer konsequenten sprachlichen Frühförderung begonnen werden, wenn bei einem Sprachtest nach dem 4. Lebensjahr Defizite festgestellt werden. Die sprachliche Förderung muss in der Schule konsequent fortgesetzt werden.

Grundschule

Lesen, Schreiben, Rechnen vermitteln, Rechtschreibung von Anfang an, keine Abschaffung der Schreibschrift

Die Grundschule soll die grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten für das Lernen in der weiterführenden Schulbildung vermitteln: Das heißt Lesen, Schreiben, Rechnen, Grundlagen in Sachkunde, in künstlerischen und musischen Fächern, Sprachen, sowie Arbeits- und Lerntechniken. Damit Grundschulen diese Grundlagen erfolgreich vermitteln können, benötigen Hamburgs Grundschulen mehr Lehrpersonal.

Ferner schließen wir uns der Experten-Forderung nach Korrektur schulpolitischer „Reformen“ an, die die Grundlagenvermittlung beeinträchtigen.

Beispiel Rechtschreibung:

Wir wenden uns gegen die sog. „Lesen durch Schreiben“ („Schreib wie Du sprichst“ bzw. „LdS“) Methode und fordern die Vermittlung von Rechtschreibung von Anfang an.
Schreibschrift: Die Schreibschrift an den Hamburger Grundschulen muss erhalten bleiben und soll nicht abgeschafft und durch Druckschrift/ „Grundschrift“ ersetzt werden.

Wir setzen uns ferner dafür ein:

1. dass die Hamburger Universität als erste deutsche Hochschule einen Lehrstuhl für Grundschul-Alphabetisierung (inkl. Handschrift- und Rechtschreiberwerb) einrichtet
2. dass Grundschulpädagogen im Schuldienst über eine Lehrbefähigung (Fakultas) in Handschrift- und Rechtschreiberwerb verfügen müssen
3. dass die Fächer Handschrift- und Rechtschreiberwerb wieder als eigenständige Fächer mit festgelegter Unterrichtszeit in die GS-Rahmenpläne aufgenommen werden

 

Stadtteilschule

bestmögliche Qualität und Wertschätzung aller drei Schulabschlüsse – mehr pädagogisches Personal – äußere Differenzierung, verbessertes Förderkonzept, Wiederholungen ermöglichen, Ausrichtung des Unterrichts auf mehr Wissen und Inhalte statt einseitiger Kompetenzorientierung.

Unsere Stadtteilschulen bieten unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich stufenweise zu entwickeln und zu orientieren und vermittelt Ihnen eine allgemeine und vertiefende Bildung. Die Hamburger Bürger-Liste setzt sich für bestmögliche Qualität und Wertschätzung aller drei Schulabschlüsse der Stadtteilschule ein. Der Aufbau der Stadtteilschule bietet zunächst den ersten und mittleren Schulabschluss, deren Qualität und Anerkennung durch eine gezielte Förderung, durch exzellente Vernetzungen mit der Hamburger Wirtschaft und berufsorientierte Partnerschaften gewährleistet, bzw. verbessert werden muss.
Außerdem bietet die Stadtteilschule für Schülerinnen und Schüler nach einer dreijährigen Oberstufe das Abitur: Wir setzen uns dafür ein, dass Schülerinnen und Schüler ohne Belastung durch die in Kess 13 festgestellten Wissens-Defizite der STS-Mittelstufe bestmögliche Voraussetzungen für Oberstufe und Abitur erhalten.
Für eine bessere Förderung, gründliches Lernen und die Vermittlung von Grundlagenwissen müssen bessere Voraussetzungen geschaffen und Fehler der Hamburger Schulpolitik korrigiert werden.
1. Voraussetzung dafür ist ein neues, verbessertes Förderkonzept an der Stadtteilschule und anderen Schulformen, das auf Pädagogen setzt, statt wie derzeit zu 50 Prozent auf Honorarkräfte. Dafür muss es mehr pädagogisches Fach-Personal geben.

2. Wir fordern, das „Klassen-Wiederholen“ wieder zu ermöglichen, um Schülerinnen und Schülern mit dem gründlichen Lernen und Wiederholen des Stoffes und Unterricht durch Pädagogen und Fachlehrer eine zweite Chance zu ermöglichen. Dies gilt sowohl für die Stadtteilschule als auch für die Gymnasien.

3. Wir setzen uns ferner für einen erheblichen Ausbau der äußeren Differenzierung in der Mittelstufe der Stadtteilschule ein, zur bestmöglichen Förderung unterschiedlicher Talente und Fähigkeiten und zur Vorbereitung auf die mittleren Schulabschlüsse und die weitere berufliche Bildung im dualen System und ebenso für Abitur und Studium.

4. Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen soll wieder erleichtert werden, um den Wechsel von Stadtteilschule in das Gymnasium und von Gymnasium in die Stadtteilschule zu ermöglichen.

5. An allen Schulformen soll der Unterricht auf die Vermittlung von mehr Wissen und Inhalten ausgerichtet sein, anstelle einer einseitigen Kompetenzorientierung:

6. Mehr Lehrpersonal, dh. mehr Lehrer, Sonder- und Sozialpädagogen.

7. Ressourcen und Mittel für Bildung und Schulen müssen beim Kind ankommen – die Arbeitszeit der Lehrer soll für Lernen und Fördern der Schüler und Schülerinnen im Unterricht eingesetzt werden, statt für zunehmenden Aufwand an Zeit und Mitteln für „Qualitätsmanagement“, immer mehr Kompetenz-Tests und Lehrerkonferenzen.

 

Gymnasium

Wiederherstellung der Bildungsqualität der Gymnasium, Wiedereinführung des G9 mit G8 Wahlrecht, mehr Zeit für nachhaltiges Lernen, Vertiefung, Widerholen, Entwicklung von Persönlichkeit und selbstständigem Denken, Freiräume und selbstbestimmte Aktivitäten.

Das Gymnasium ist die 2. wichtige Schulform des Hamburger Zweisäulenmodells und bietet eine vertiefte Allgemeinbildung, die mit direktem Weg zum Abitur und zur Studienbefähigung führen soll.

Wir engagieren uns dafür, dass die Bildungsqualität wieder hergestellt wird. Diese wurde durch Reformen wie der Verkürzung der Schulzeit auf 8 Jahre und der Umstellung von Wissens- auf Kompetenzorientierung reduziert. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Anforderungen für das Hamburger G8-Abitur im Vergleich zum G9 und damit das Niveau abgesenkt wurde. Das bestätigen auch steigende Abbruchquoten im Studium und Kritik aus den Universitäten, ua. von Hamburgs Universitätspräsident Dieter Lenzen, der einen Mangel an Grundlagenwissen der G8-Abiturienten beklagt.

Das Deutsche Kinderhilfswerk wie auch Fachleute des Kinder- Jugendärzteverbandes kritisieren ferner negative Folgen des G8 für Kindeswohl und Gesundheit: Das G8 mache zahlreichen Studien zufolge viele Kinder regelrecht krank, es verletze die Rechte der Kinder verletzt und belaste Familien. „Die verkürzte Gymnasialzeit betrifft in seinen Auswirkungen nicht nur Eltern und Schüler, sondern jeden in der Gesellschaft. G8 wird aktuellen und zukünftigen gesundheits-, bildungspolitisch und sozioökonomischen Herausforderungen nicht gerecht. Deshalb unterstützen wir die Volksinitiative von engagierten Hamburger Eltern“, erklärt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Das G8 hat auch negative Auswirkungen auf Musik, Kultur, Sport und ehrenamtliches Engagement von Kindern und Jugendlichen: Es lasse den Schülern kaum noch Zeit für das Üben von Instrumenten und werde von musikpädagogischen Verbänden, musikinteressierten Eltern und eindeutig alle Musikstudierenden „einhellig abgelehnt“, so der langjährige Direktor der Hamburger Jugendmusikschule und Landesmusikrat Professor Wolfhagen Sobirey. „Das G8-Gymnasium beschädigt die Musik“, so Sobirey. “Das sollte einer Schulpolitik, die ganzheitliche Bildung anstrebt, also auch die Künste dabeihaben will, das sollte einem Land, das sich gern Musikland nennt, und einer Stadt, die Musikstadt sein möchte, Gedanken machen“. http://www.abendblatt.de/meinung/article127242624/Das-G8-Gymnasium-beschaedigt-die-Musik.html

Selbst aus der Wirtschaft, auf deren Drängen die Schulzeitverkürzung vor 12 Jahren eingeführt wurde, kommt Kritik am G8. “Ich halte von diesem Turboabitur überhaupt nichts”, erklärte im Juli 2014 Marcus Vitt, Vorsitzender des Hamburger Bankenverbandes: “Wir sollten Jugendlichen die notwendige Zeit geben, um erwachsen zu werden und gründlich den Lernstoff zu beherrschen. Bei dem sogenannten G8-Abitur bleiben der Mensch und die Entwicklung von Sozialkompetenzen auf der Strecke”, so Vitt weiter.

Doch Hamburgs Bürgerschaftsparteien halten im Gegensatz zu Regierungen anderer Bundesländer strikt am Turbo-G8 fest und erklären, das Thema habe sich mit dem Nichterreichen des G9-Volksbegehrens erledigt.

Aus diesen Gründen haben sich die Eltern und Aktiven des Volksbegehrens entschlossen, für die Bürgerschaft zu kandidieren: Mit der „Hamburger Bürger-Liste“ setzen wir dafür ein, das die Forderung von über 40 000 Unterzeichnern des G9 Volksbegehrens, von 84 Prozent der Hamburger bei repräsentativen Umfragen, von Kinderhilfswerk, dem Deutschen Philologenverband und dem Deutschen Lehrerverband für die Wiedereinführung des G9 auf der Agenda bleibt und umgesetzt wird: Mit Wahlrecht für das G8 wie in anderen Bundesländern. Wir fordern mehr Zeit zum gründlichen Lernen und zur Vermittlung eines ausreichenden Grundlagenwissens, sowie mehr Zeit für die Bildung der Persönlichkeit, kritischem, selbstständigen Denkens und für selbstbestimmte Freiräume in und außerhalb der Schule, für selbstbestimmt Aktivitäten, Musik, Sport oder Ehrenamt, für Familienleben und Erholung.

Darüber hinaus benötigen auch die Gymnasien mehr Lehrpersonal zum Stopp des massiven Unterrichtsausfalls von bis zu 25 Prozent, die Wiedereinführung des Wiederholens, die Erleichterung der Durchlässigkeit zwischen Schulformen, und ein Gleichgewicht zwischen Inhalte, Wissen und Kompetenzen anstelle einer einseitigen Kompetenzorientierung in Unterricht, Tests und Abitur. (Siehe Stadtteilschule).

Umsetzung der Wahlfreiheit zwischen G8 und G9

Bei der Anmeldung zur fünften Klasse sollen Eltern die Wahl haben – sie entscheiden sich für G8 oder G9. Für die Umsetzung schlagen wir unterschiedliche Modelle vor. Zum einem das Modell des bayrischen Philologenverbandes, das sogenannte „begleitete Einzelspringen“, das sich für kleinere Schulen anbietet. Dabei können Schüler am Ende der Mittelstufe eine Klasse überspringen und nach 8 Jahren das Abitur machen. Das Springen wird von Lehrern pädagogisch begleitet.

Das andere Modell ist das von G8 Zügen oder früher schon üblichen Springerklassen, wie es von Gymnasien in Schleswig Holstein, Hessen oder Baden Württemberg seit Wiedereinführung des G9 erfolgreich praktiziert wird.

 

Förderschule, Inklusion

Inklusion ohne Zwang – Wahlfreiheit zwischen Förder- und Regelschule, Ressourcen an dem tatsächlichen Bedarf von Schulen und individuellem Kind ausrichten

Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf haben ein Recht auf inklusive Beschulung – aber auch auf den Besuch einer spezialisierten Förderschule. Das Wahlrecht zwischen Förderschule und Regelschule muss auch für Kinder mit den sonderpädagogischen Förderbedarfen Sprache und Lernen unbedingt erhalten bleiben! Es darf nicht durch Streichung oder Beschränkung von Förderschulplätzen ausgehobelt werden! Inklusion darf nicht zum Zwang werden, stattdessen müssen sich Eltern frei für die bestmögliche Förderung für ihr Kind entscheiden dürfen. Als Folge des Inklusionskonzeptes des Hamburger Schulsenators wurden im Vergleich zum vorherigen Angebot von Integrationsklassen und Förderschulen die Förderzeiten für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf um bis zu 70 Prozent gekürzt!

Neben dem Erhalt der Spezialschulen ist es deshalb dringend notwendig, das Inklusionskonzept zu verbessern. Das bedeutet: Erheblich mehr sonderpädagogisch ausgebildete Lehrkräfte sowie Ressourcen für Teamarbeit, Räume und Sachmittel. Die systemische Ressource für Schulen muß durch eine individuelle Ressource für jedes Kind mit Förderbedarf ergänzt werden. Beide müssen am wirklichen Bedarf berechnet werden, der über (mit) eine rechtzeitige und gründlich-umfassende Diagostik festgestellt wird.

 

Ganztagsschule

Wahlfreiheit zwischen schulischem Halbtag und Ganztag, keine Ganztagspflicht für alle Schülerinnen und Schüler, deutliche Verbesserung der Qualität, der Betreungsschlüssel, der Raumausstattung und der Kantinen

Ganztagsschule ist ein wertvolles Angebot für Familien, die dies wünschen oder aus beruflichen oder anderen Gründen benötigen. Wichtigste Voraussetzungen sind Wahlfreiheit und Qualität. Deshalb fordern wir für alle Familien eine Wahlfreiheit zwischen schulischen Halbtags- und Ganztagsangeboten.
Eine Pflicht zur Ganztagsschule für alle lehnen wir strikt ab!
Qualität hat für uns dabei oberste Priorität, damit Ganztagesschule nicht zur reinen Aufbewahrung wird. Dies setzt eine ausreichende personelle und räumliche Ausstattung voraus. Für eine qualitativ gute gelingende Ganztageschule ist nach Expertenrat ein Mehraufwand von 30% im Vergleich zur Halbtagsschule erforderlich:
Benötigt werden mehr Lehrer und andere Pädagogen, sowie Erzieher, mehr Räume für Rückzug, selbstständiges Arbeiten, Sport, Toben und Spiele und ausreichend große, kindgerechte Kantinen, in denen gutes und frisches Essen gekocht wird. Wir begrüßen daher die Forderungen der Initiative “Guter Ganztag“ nach deutlicher Verbesserung der Ganztagsangebote in Grund- und weiterführenden Schulen in Hamburg, speziell für die ganztägige Bildung und Betreuung, nach besseren Betreuungsschlüsseln, besonders für die Vorschulkinder und die Inklusion.

 

Hochschulen

Mehr Freiheit statt Verschulung, Entschleunigung, Weiterentwicklung von Bachelor und Master in Ankbüpfung an anerkannte Abschlüsse wie das Diplom

Mit der Bologna Reform setzen sich an den Hochschulen die negativen Folgen der Bildungsbeschleunigung fort . Während in Universitäten im angelsächsischen Ländern die humanistische Bildungstradition gewertschätzt werde, bemängeln Wissenschaftler und Bildungsfachleute die ganztägige Reglementierung, bürokratischen Vorgaben, die Verschulung und Vertaktung von Lernen und Lehre, sowie eine Fixierung auf Credit-Points im deutschen Bachelor- und Masterstudium.
Auch für die Universitäten gilt daher die Forderung der Hamburger Bürger-Liste nach mehr Zeit für selbstständiges Denken, für Wahlfreiheit und Freiräume – und nach Entschleunigung von Bildung. In diesem Sinne muss die Bologna Reform reformiert und korrigiert werden. Da wo es möglich ist, soll eine Weiterentwicklung von Bacholor und Master zu den weltweit anerkannten Abschlüssen, zB. das Diplom, ermöglicht werden.
Die Verlagerung des 13. Schuljahres an Universitäts- „Colleges“ nach amerikanischem Vorbild, in denen G8 Abiturienten das fehlende Grundlagenwissen in Vorbereitungsjahren und Uni-Nachhilfekursen nachholen, ist aus Sicht der Hamburger Bürger-Liste eine falsche Entwicklung.

So sind beispielsweise in das neue Universitätskolleg der Universität Hamburg bisher 13 Millionen Euro Fördermittel für den Aufbau dieses Colleges geflossen. Mittel, die der Universität für ihre eigentliche Aufgabe, Forschung und Lehre, fehlen und die sie dringend benötigt. Auch aus diesem Grund fordert die Hamburger Bürger-Liste die viel kostengünstigere Wiedereinführung des bewährten G9 an den Gymnasien, an denen auch nach Aussage des Hamburger Universitätspräsidenten das nötige Grundlagenwissen und die Reife für die Aufnahme eines Studiums vermittelt wurde.

Das G9 Abitur gab es in Hamburg noch bis vor vier Jahren, Platz ist also vorhanden. Die Lehrpläne müssen nach Angaben der Philologenverbände nicht geändert, sondern können gedehnt werden. Das schafft wieder mehr Zeit zu Wiederholung und Vertiefung des Grundlagenwissens und für die Studienbefähigung.

 

Stadtentwicklung, Verwaltung, Verkehr – Bürgerbeteiligung

Ausbau der Infrastruktur für eine gesunde Wirtschaft, aber keine Verdrängung des Individualverkehrs, Sparsamkeit, Sorgfalt und Effizienz in Verwaltung und Finanzen

Eine moderne Infrastruktur gehört zur zu den Voraussetzung für eine gesunde, Wirtschaft, für Hafen, Tourismus, Arbeitsplätz und eine lebendige und lebenswerte Stadt.
Dies gilt auch für den den öffentlichen Nahverkehr. Dessen Ausbau darf aber nicht zu einer einseitigen Belastung anderer Verkehrsteilnehmer führen oder die Bürger in den betroffenen Stadtteilen werden.

Deshalb unterstützen wir die Volksinitiative gegen die Busbeschleunigung “Unser Uhlenhorst”. Vor Großprojekten dieser Art muß es eine Transparenz aller Kosten und eine ergebnisoffene Bürgerbeteiligung geben, schon allein um zu vermeiden, dass Unternehmen und kleinere Geschäfte in ihrer Existenz gefährdet sind, siehe zB. das Handbuch für Bürgerbeteiligung: http://www.bmvi.de/…/handbuch-buergerbeteiligung.pdf.

Wir fordern intelligente Lösungen für den Ausbau der Radwege, die Lust machen, auf das Fahrrad umzusteigen – möglichst ohne andere Verkehrsmittel einzuschränken.
Wir brauchen wieder bezahlbaren Wohnraum für Familien, Senioren und Studenten. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass jede Baumaßnahme das Gesicht unserer Stadt verändert. Besonders bei der geplanten Schaffung ganzer Quartiere müssen die Interessen unmittelbar Betroffener. Sie müssen in die Planung bezüglich der Größe, ihres Umfangs und des zu erwartenden Verkehrsaufkommens einbezogen werden – Damit Heimat sichtbar bleibt.

Wir setzen uns für Bürgernähe, Wahlfreiheit, und Selbstbestimmung ein – als kostbare Werte der Demokratie. Das setzt unterschiedliche Angebote für Schüler und Schülerinnen oder Familienmodelle voraus. Zum Schutz folgender Generationen fordern wir ferner mehr Sorgfalt, Effizienz, Transparenz und Qualität in Verwaltung und bei der Verteilung der Mittel in Haushalt und Finanzpolitik.

Hamburger Bürger-Liste, HHBL, Elbchaussee 230, 0172/4356563,
info@hhbl.hamburg, http://hhbl.hamburg/ (Homepage im Aufbau)